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Nachfolgend könnt Ihr unsere immer wieder interessanten Berichte aus dem Vereinsleben lesen (diese sind teilweise mit Fotos aus unserer Galerie verknüpft, sofern vorhanden ...). Aufgrund unserer vielen unterschiedlichen Aktivitäten sind die Berichte nach Jahren unterteilt.

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Warum tu’ ich mir das an?

25.-28.05.17, Warthefahrt: Uniejow – Poznan

... von Matthias Kohls

Es ist nicht so, dass der Berufstätige im Allgemeinen frühes Aufstehen scheut. Wenn dies jedoch an einem bundesweiten Feiertag im schönen Monat Mai geschehen soll, muss es besondere Gründe geben.
Diese hatten die 29 (!) Teilnehmer an Winnes jährlicher Warthefahrt offensichtlich, denn bereits morgens um sechs strömten sie zuhauf und trafen letzte Vorbereitungen zur Abfahrt gen Uniejow. Nach Herbeiführung eines schadenstiftenden Ereignisses durch einen ungeduldigen Fahrzeuglenker nahm der Konvoi mit entsprechender Verspätung tatsächlich Fahrt auf und rollte ereignislos bis zum Einsetzort an der Therme in Uniejow an der Warthe
(Warta).
Dort ging es nach kurzem Gliederrecken an das Abladen, Anschrauben, Einladen usw. Die Warthe ist in diesem Abschnitt ihres Laufs ein breites, flaches Flüsschen – so flach, dass man glaubt, den Grund mit der Hand greifen zu können. Zudem weist sie beiderseits Steilufer auf, die dem/der Ruderer*in einen Blick auf die weitere Landschaft verwehren. Zum Ausgleich strömt sie jedoch recht schnell, was durchaus versöhnend/vertöchternd auf die Ruder(er)*innen wirkte. Am späten Nachmittag wurde die erste Zwischenstation (Piersk) erreicht und die erschöpften Ruderer*innen vom Landdienst zur Herberge, einer Fernfahrer*innenkneipe, gebracht.
Kaum regeneriert ging es am nächsten Tag schon weiter und zwar nach Dlusk über Slausker Holländerei (Slusk). Dies war mit 63 km der längste Kanten und so wurde die sehnsüchtig erwartete Mittagspause an der Fähre in Slusk genussvoll ausgedehnt. Die Fähren verbinden die Flussufer nach der Art von Gierfähren, also durch die Kraft der Strömung. Sie werden im Warthebruch in Ermangelung von Brücken rege genutzt. Es ist ein archaisches Vergnügen, ihr unmerkliches, lautloses Pendeln zu beobachten.
Nach der Ankunft in Dlusk wurde in der Pension „Zum Hahn“ (Pod Gutem) gegessen, getrunken und übernachtet. Die Inhaber haben sich auf die Unterbringung größerer Touristengruppen spezialisiert und ihr Haus entsprechend eingerichtet. Ihre Gastfreundschaft war wohltuend.
Der nächste Tag sah uns in aller Herrgottsfrühe auf dem Weg nach Schrimm (Srem) mit Mittagspause in Neustadt (Nowe Miasto). Da die Sonne schon morgens unbarmherzig brannte, wurde diese Pause besonders intensiv erwartet. Genau dieselbe Sonne hatte jedoch just zu dieser Zeit eine riesige Kolonie Mückenlarven zum Leben erweckt, die nun als
Erwachsene auf transpirierende Warmblüter lauerten. Es dauerte eine Weile, bis auch der/die Letzte die völlige Vergeblichkeit von Abwehrversuchen eingesehen hatte. Uns blieb nur der geordnete Rückzug, der jedoch alsbald in eine kopflose Flucht ausartete. Umso heimeliger nahm uns am Ende des Tages der Yachthafen in Schrimm (Srem) auf. Dies ist eine kleine Kreisstadt mit schönem Marktplatz, Hotel und Straßenrestaurant. Letzteres wurde vom Autor im Kreise Gleichgesinnter aufgesucht, um den anstrengenden Tag bei polnischem Bier und Wodka Wyborowa ausklingen zu lassen. Das Vorhaben gelang.
Am Folgetag ging es auf die letzte Etappe von Schrimm (Srem) nach Posen (Poznan) über Puszczykowa (Puszczykowa). Ab der Mittagspause strebten alle nur noch stumm und verbissen der Erlösung an der Regattastrecke von Posen (Poznan) zu. An den Hallen des uns gut bekannten Vereins Tryton standen die Fahrzeuge mit den Bootshängern, das Material wurde gereinigt und verladen, die Rückfahrt nach Berlin begann. Sie dehnte sich durch die zahlreichen Mautstellen, endete aber fast planmäßig im Heimathafen von RC Turbine Grünau.
Dank sei gesagt den tapferen Kraftfahrern, dem VL Winfried, der mit buddhaartiger Gelassenheit die unvorhergesehendsten Situationen meisterte und seiner besseren Hälfte Ute (des Polnischen ausreichend mächtig), die leise, unaufdringlich und – wo nötig – mit psychologischem Geschick solche Großaufgaben wie die variierende Unterbringung von Einzelgängern im Hotel, Gepäckbeförderung und die exakte Führung der Fahrtenkasse managte.
Es waren vier Tage in einer nahezu unberührten Natur, jeder einzelne war eine Herausforderung an die dem Inneren Schweinehund entgegenstehenden Kräfte und eine Möglichkeit, die bekannten und bis dato unbekannten Mitstreiter ganz neu kennen zu lernen.

Darum tu’ ich mir das an!

Letzte Aktualisierung / last update: 10.08.2017