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<<<    zurück zur Auswahl (2017)     |     07 / 2017:

Sag niemals nie - eine Wanderfahrt auf den Feldberger Seen

... von Karsten Pudelko

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(Bilder vorhanden!)
Da hing sie, die Ausschreibung für eine Wanderfahrt auf den Feldberger Seen. Einziger Haken: Übernachtung im Zelt auf dem Campingplatz. Ich?... - niemals. Schlafen, ohne festes Dach über dem Kopf, lange Wege zu den Duschen und Sanitärräumen, Frühstück und Abendbrot auf der Wiese hockend.
Andererseits lockte es schon, das Seenparadies fast ohne Motorboote in Mecklenburg-Vorpommern rudernd zu erleben.
Lampe und Annett taten ihr Bestes, meine Campingvorbehalte zu neutralisieren und schon stand auch mein Name in der Liste.
Um die Zeit optimal zu nutzen, legte der Fahrtenleiter fest, dass die Korona schon am Freitag in Richtung Feldberg aufbricht. Dies kollidierte nun leider mit Annes Abschluss-Party. Aber für alles gibt es eine Lösung und so organisierten die Fetengänger einen Zeltaufbauservice, der für die Nachzügler an einem schönen Plätzchen die Zelte aufbaute.
In der Nacht trafen wir dann auch in Feldberg ein und nachdem wir den Campingplatz in seinen gesamten Ausmaßen kennen gelernt hatten, waren wir erfreut, auf Katharina zu treffen, die uns den Weg zu unseren gemachten Nachtlagern zeigte.
Ach, wie schön ist Campen. Beim ersten Sonnenstrahl wurden die direkten Nachbarn im Schilf aktiv. Zu meinem Leidwesen hielten sich sowohl sämtliche Vögelchen wie auch einige Camper nicht an die Campingplatzordnung und verhalfen mir dazu, dass ich den Sonnenaufgang auf dem Steg miterleben konnte.
Nach dem Frühstück ging es ans Boote-Abladen und Aufriggern und schon konnte es los gehen.
Dubrow, Niederrhein, Mosel und Recknitz glitten auf dem glasklaren Wasser des schmalen Luzins dahin. Am Ende des Sees wartete jedoch schon die erste Herausforderung. Dort, wo ein schmaler Bach, „Bäk“ genannt, es den Paddlern erlaubt, auf den Carwitzer See zu gelangen, mussten nun die zwei Vierer und zwei Zweier durch. Am Ende des Baches waren wir zur Freude der Ortsansässigen und Touristen gezwungen, die Boote aus dem Wasser zu nehmen und über die Straße zu tragen. Alles wieder rein und noch ein Stückchen weiter. Raus aus dem Buschwerk und es eröffnete sich der Ausblick auf den Carwitzer See. Aber das war nicht das Einzige, was uns erwartete. Auch ein Paddler, der sich durch uns ausgebremst fühlte, empfing uns mit einer eher unfreundlichen Schimpftirade.
Die Schönheit der Landschaft ließ uns die ruppigen Worte schnell vergessen und bei strahlendem Sonnenschein genossen wir rudernd den See. Zum Mittag wurde ein Strand gefunden, an dem wir unsere mitgebrachten Würstchen grillen und verputzen konnten. Dem kurzen Mittagsschläfchen wurde durch das eindeutige Zeichen des Fahrtenleiters ein jähes Ende gesetzt. Wartete doch schon die nächste Herausforderung auf uns.
Wieder ging es durch einen schmalen Wasserlauf. Mit viel Geschick waren wir nun auf dem Dreetzsee angekommen. Am Ende des Dreetzsees gab es nochmals eine Badepause und ein paar Stücke mitgebrachten Kuchen.
Nach der Stärkung konnte es nun zurück gehen. Die Mannschaften steuerten die Boote geübt durch den schmalen Wasserlauf. Als das erste Boot durch war, wartete schon ein alter Bekannter mit weiteren jähzornigen Worten. Den gut gemeinten Ratschlag, doch so lange zu warten, bis alle Boote von uns raus sind, schlug er in den Wind und begab sich volle Fahrt voraus auf Kollisionskurs. Es kam, wie es kommen musste und für das Gezeter belohnte er sich ausreichend, indem seine Fahrt im Schilf endete.
Wieder auf dem Schmalen Luzin ging es zurück zum Campingplatz.
Gereinigt und ziemlich groggy zelebrierten wir noch unser Abendmahl und dann lichteten sich auch schon die Reihen. Selbst die üblichen Verdächtigen waren für ihre Verhältnisse zeitig im Bett.
Endlich schlafen. Aber nein, mein Nachbar, der Acrocephalus schoenobaenus*, war in Partylaune und hatte sich scheinbar noch ein paar Nachbarn eingeladen. Man möchte nicht glauben, was diese kleinen Vögelchen für eine Lautstärke erreichen. Irgendwann fällt aber auch der müdeste Ruderer in den Schlaf und der nächste Morgen konnte kommen.
Nach dem Frühstück ging es den Breiten Luzin entlang. Bei einer kurzen Pause am Ende des Sees wurde dann eine neue Regattadisziplin geboren. Unser nicht ganz ausgelasteter Jugendlicher wollte es wissen: Die beiden vollbesetzten und mit Gepäck beladenen Vierer lieferten sich ein Rennen, wobei lediglich der Eins-Platz und der Steuermann aktiv waren. Da das Rennen für den Jugendlichen nicht nach Plan ausging, ist davon auszugehen, dass es irgendwann eine Neuauflage geben wird.
Jetzt noch auf den Haussee. Die Schönheit dieses Sees konnte ausreichend genossen werden, denn jede Bucht wurde voll ausgefahren. Auf der Halbinsel Amtswerder wartete dann unser Mittagessen in Form von lukullischen Köstlichkeiten, wie Bockwurst mit Kartoffelsalat oder Crêpes, die süß oder herzhaft gefüllt waren.
Wieder blieb nach dem Mahl ausreichend Zeit, um etwas Schlaf nachzuholen oder sich im Nass zu erfrischen.
Irgendwann neigt sich auch die schönste Wanderfahrt dem Ende und so kam dann, was kommen musste, wir mussten wieder in Richtung Heimat aufbrechen.

Ich für meinen Teil habe erst einmal alle meine Campingutensilien in die hinterste Ecke des Kellers verbannt. Sollte allerdings wieder eine Wanderfahrt nach Feldberg anstehen, werde ich alles wieder hervorkramen und ich werde bestimmt nicht „Nein“ sagen.

*Schilfrohrsänger

Letzte Aktualisierung / last update: 10.12.2017