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Nachfolgend könnt Ihr unsere immer wieder interessanten Berichte aus dem Vereinsleben lesen (diese sind teilweise mit Fotos aus unserer Galerie verknüpft, sofern vorhanden ...). Aufgrund unserer vielen unterschiedlichen Aktivitäten sind die Berichte nach Jahren unterteilt.

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Unsere Rundfahrt durch 13 historische Schleusen auf dem Finow- und Oder-Havel-Kanal

... von Markus Busch

Unser versierter Fahrtenleiter Spychi hatte die 2-Tagestour in seinem langen Ruderleben bereits mehrmals errudert und nun all sein Wissen in eine neue Turbine-Wanderfahrt eingebracht. Mit Spychi und Ute zusammen war somit alles bestens vorbereitet und wir in sicheren Händen. Die Sonne war geputzt und der Gott der Winde gezähmt - die Turbine konnte sich also unaufhaltsam in Bewegung setzen!

Die erste Etappe war wie immer das Demontieren und Verladen der 3 Boote (Dubrow 2x+, Mulde 2x+ und Aller 4x+) auf den Vereinshänger am Donnerstag zuvor. Mit vielen versierten Händen war das schnell erledigt, so dass wir auch die wunderbare Bootstaufe des neu gespendeten 3x+, der tollen blauen Spree, gemeinsam feiern konnten.

Zur Geschichte
Mehr als 150 Jahre war der Finowkanal eine der wichtigsten deutschen Binnen-Wasserstraßen, der erst 1914 durch den parallel verlaufenden Hohenzollern-Kanal (heutiger Oder-Havel-Kanal) abgelöst wurde. Bereits 1603 wurde mit dem Bau des ersten Finowkanals, der ältesten künstlichen Wasserstraße Deutschlands zwischen Havel und Oder, unter Kurfürst Joachim Friedrich begonnen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Kanal dann so stark zerstört, dass 1743 mit königlicher Order Friedrich II. der zweite, heutige Finowkanal angelegt wurde. Im 19. Jahrhundert mussten für den anwachsenden Wasserverkehr (ca. 20.000 Schiffe und 15.000 Floßholzplötzen) zusätzliche Erweiterungen und Erneuerungen vorgenommen werden. Die in dieser Zeit entstandenen historischen Kesselschleusen wurden deshalb ursprünglich als Doppelkammerschleusen erbaut, von denen dann eine zugeschüttet wurde.

Tag 1 - Samstag 28. April
Mit 11 Kameraden/innen ging es schon um 6.30 Uhr im Autokorso (leider ohne das platte Jürgenmobil :-) und unserem voll beladenen Bootsanhänger endlich los nach Finowfurt. Nachdem wir vor der dortigen Stadtschleuse keine geeignete Stelle zum Einsetzen der Boote gefunden haben, wurde kurzerhand die Marina Eisvogel (Kanustation Schippelschute) angesteuert. Auf dem weitläufigen Gelände ließen sich unsere Boote prima abladen, wieder zusammenbauen, über die geeignete Slipstelle sicher ins Wasser und an den Steg bringen. Noch schnell die Autos und den Hänger weggeparkt, obligatorischer Toilettengang, reichlich Sonnencreme aufgetragen und dann ging es auch schon gemeinsam auf große Schleusentour.
Da wir in Finowfurt nun hinter der Schleuse unsere Tagesreise zum 28 m tiefergelegenen Schiffshebewerk angetreten hatten, begann nun das heitere Abwärtsschleusen mit:

Schleuse Schöpfurth, 1876 - Hub: 3,6 m
Schleuse Heegermühle, 1876 - Hub: 2,6 m
Schleuse Wolfswinkel, 1876 - Hub: 2,6 m
Schleuse Drahthammer, 1877 - Hub: 3,6 m
Schleuse Kupferhammer, 1875 - Hub: 4 m
Stadtschleuse Eberswalde, 1831 - Hub: 3,5 m (älteste Schleuse zwischen Elbe und Oder)
Schleuse Ragöse, 1875 - Hub: 2,3 m
Schleuse Stecher, 1877 - Hub: 3 m
Schleuse Liepe, 1874 - Hub: 2,4 m
Schiffshebewerk Niederfinow, 1934 - Hub: 36 m (unsere einzige Aufwärtsschleusung vom Odertal zum Barnimplateau)

Nach unserer kurzen Wartezeit vor dem Hebewerk, waren wir mit dem Trog-Fahrstuhl in nur 6 Minuten wieder oben auf dem Barnimplateau - 8m über unserer Ausgangshöhe. Da wir so gut in der Zeit lagen und bis dato unsere Verpflegung nur in den Schleusenzeiten zu uns nehmen durften, war nun sogar noch ein gemütliches Zeitfenster offen für eine gemeinsame Erholungspause. An einem kleinen Seitenarm hinter dem Schiffshebewerk fanden wir eine halbwegs geeignete Anlegestelle und den Imbiss „An der Schleusentreppe“, der uns mit allem Nötigen bestens versorgte. Als weiteres „Pausenschmankerl“ konnte uns Carsten in der richtigen Reihenfolge mitsamt den jeweiligen Baujahren, die hinter uns gelassenen 10 Schleusen aus dem Gedächtnis aufsagen. Nur Ivy war dem noch gewachsen - natürlich mit Hilfe Ihrer Apfel-Medienkompetenz :-)
Frisch gestärkt und gebildet ging es dann im Endspurt über den Oder-Havel-Kanal zu unserem Bootslager, dem Kanuverein „Eberswalder SV Empor“.
Dort konnten wir die Boote auch wieder sicher aus dem Wasser herausnehmen und dann zu unserer gebuchten Unterkunft im Naturfreundehaus Üdersee fahren. Das Abendessen mit frischem Bier und allerlei mitgebrachten Köstlichkeiten wurde wie gewohnt an der langen Tafel eingenommen. Erfahrungsgemäß war die Sonne schon lange im Bett, als die letzten Kameraden/innen ihre Zimmer erreichten.

Tag 2 - Sonntag 29. April
Nach einer erholsamen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück (selbst Bauarbeiterkaviar mit Zwiebeln wurde verputzt) ging es wieder zurück zum SV Empor, wo wir unsere abgestellten Boote zur letzten Etappe aktivierten. Um uns die Wartezeit vor der Zerpenschleuse zu ersparen, wurde anstatt dem dahinter gelegenen Restaurant Eisschleuse am Langen Trödel, kurzerhand der Imbiss Bootshaus Ruhlsdorf auf unserem direkten Rückweg angesteuert, wo wir fleischlastige Leib- und Magenspeisen vorfanden, die wir gesellig im dortigen Biergarten zu uns nahmen. Von da aus ging es dann nochmals über 3 Schleusen zu unserem Startpunkt - der Marina Eisvogel.

11. Schleuse Ruhlsdorf, 1878 - Hub: 1,7 m
12. Schleuse Leesenbrück, 1878 - Hub: 2,6 m
13. Schleuse Grafenbrück, 1876 - Hub: 3,6 m

Bei bestem Ruderwetter war es eine großartige und abwechslungsreiche Wanderfahrt, die hoffentlich auch im nächsten Jahr wieder auf unserem Fahrtenprogramm steht.
Besten Dank an Spychi und Ute für die tolle Organisation und die umsichtigen Bootsmannschaften die meine müdigkeitsbedingten „Steuerausfälle“ :-) am ersten Tag und Ruderbehinderung professionell ausgeglichen haben (mein besonderer Dank gilt hier Karsten Pudelko und Casten Fiedler).

Letzte Aktualisierung / last update: 08.05.2018