Unsere Vereinschronik

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29.03.1980
Wolfram Armbrust
Wolfram  
Armbrust  
Waltraud Fuhrmann
Waltraud  
Fuhrmann  
Wolfgang Müller
Wolfgang  
Müller  
Heute ist der schwärzeste Tag in unserer Ver­eins­geschichte: beim Überqueren des Müggel­sees anlässlich des Anruderns ver­un­glücken die Ruderkameraden Waltraud Fuhr­mann, Wolfgang Müller und Wolfram Armbrust beim Kentern ihres Vierers tödlich, Torsten Hauschild und Uwe Mews können gerettet werden. Die Mitglieder der Mannschaft sind lang­jährige erfahrene und verdienstvolle Wan­der­ruderer. Doch gegen die plötzlichen Wit­terungs­un­bilden eines aufziehenden Sturms konn­ten ihnen auch ihre Anstrengungen zur Ret­tung nicht helfen. Der Schock bei den Vereins­mitgliedern sitzt tief, und der Verstorbenen wird auch heute noch gedacht.

1983
Die Trainingsgemeinschaft Turbine EKB Treptow/ Turbine Wasserwerke erhält die Aus­zeichnung „Beste Sektion des DRSV der DDR". Damit werden die jahrelangen ruderischen Leistungen im Wettkampf und im Fahrtenwettbewerb gewürdigt, die auch mit anderen Akti­vitäten der Sektionsmitglieder einhergehen. Dazu zählen beispielsweise Teilnahmen an Wald­läufen und Schwimmveranstaltungen und nicht zuletzt die umfangreichen Arbeits­leistungen, mit denen sowohl das Bootsmaterial als auch das Bootshaus in Schuss gehalten oder überholt werden.

28.10.1983
Uwe Mews
Uwe Mews
Mit der diesjährigen Jahreshauptversammlung scheidet Hans Fuhrmann nach jahrzehntelanger Tätigkeit als Sektionsleiter aus seinem Amt. Er hat Außer­ordentl­iches für das Gedeihen dieser kleinen, aber sehr erfolg­reichen Sektion geleistet und wird ein­mütig zum Ehrenvorsitzenden auf Lebens­zeit berufen. Seine Verdienste fanden unter anderem Anerkennung mit der Verleihung der Ehrennadeln des DRSV der DDR in Bronze, Silber und Gold sowie der Ehren­nadeln des DTSB der DDR in Bronze, Silber und Gold.
Zum neuen Vorsitzenden wird Uwe Mews gewählt. Er hat schon 1970 mit der Sportausübung bei den Turbineruderern begonnen und gehört als einer der Jüngeren zu den aktivsten Mitgliedern. Gemein­sam mit anderen Ruder­kame­raden hat er sich an zahllosen Wan­der­fahrten beteiligt und von 1975 bis 1983 als Wander­ruder­wart gewirkt. Bis 1976 war er Rennruderer mit Teilnahmen an der Spartakiade, an DDR-Jugend­meisterschaften, DDR-Meisterschaften und Start bei der großen Grünauer Regatta. Er sollte unsere Geschicke dann über die heute nicht einmal im Ansatz erkennbaren gesell­schaft­lichen Veränderungen Ende der 80er Jahre, mithin eine sehr schwierige Phase in der Vereins­geschichte, hinweg bis 1992 lenken.

1984
Zwei Langstreckenfahrten mit jeweils ca. 800 km Länge bleiben unvergessen in unserer Er­innerung: die eine führte vom Bootshaus in Berlin über die Oder - Havel - Müritz nach Schwerin und weiter über die Warnow bis Rostock.
Die andere Langstreckenfahrt begann im tschechischen Ceské Budejovice (Budweis) auf der Vltava (Moldau), setzte sich danach auf Elbe und Havel bis nach Werder westlich von Potsdam fort. In Werder musste die Fahrt beendet werden, da die Boote auf dem Landweg um Westberlin transportiert werden mussten.

1985
Durch größer werdende Altersunterschiede bildeten sich Gruppen, und gemeinsame Fahrten mit jung und alt beschränkten sich auf besondere Ereignisse, z.B. mehrere Fahrten zu Ostern nach Blossin, im Frühjahr in den Spreewald, zum Glubigsee, auf den Feldberger Gewässern, nach Anklam auf der Peene und zum Achterwasser, nach Krakow am See, nach Neuruppin, Schwerin oder Klein Zerlang, sowie die jährlichen Abschlussfahrten nach Prieros, in die Rüdersdorfer und die Löcknitz-Gewässer, Bredereiche und viele nicht ge­nannte Ruderreviere. Es wurden immer neue Ziele gesucht. Die Möglichkeiten, mit eigenen Fahr­zeugen Boote zu transportieren oder bei befreundeten Vereinen Boote zu leihen, wurden günstiger. Für so aufwendige Fahrten waren Urlaubstage notwendig, wozu nicht alle Ruderer bereit waren. So kristallisierte sich eine kleinere Gruppe mit wechselnden Teilnehmern für Ur­laubs­fahrten heraus.

1986
Auch in diesem Jahr findet das Anrudern wieder in Köpenick an der Baumgarteninsel statt. Die Turbineruderer sind unter anderem mit ihrem Flaggschiff, dem Achter „Turbo", dabei.
Die Achter-Mannschaft: W. Arndt, W. Nehls, R. Neumann, A. Höhn, P. Möller, W. Tetzlaff, F. Borries, U. Mews, Stm. M. Warnstaedt. Foto: RCTG
Die Achter-Mannschaft: W. Arndt, W. Nehls, R. Neumann, A. Höhn, P. Möller, W. Tetzlaff, F. Borries, U. Mews, Stm. M. Warnstaedt. Foto: RCTG
 
Ein neues Boot, die „Mulde", ein Dreier ohne, wird von der Werft abgeholt. Es ist unser erstes Ruderboot, das vollständig aus glasfaserverstärktem Kunststoff hergestellt worden ist. Für die Ruderer wird damit eine bisherige Lücke im Bootsmaterial geschlossen. Das Boot ist vom Trägerbetrieb VEB EKB finanziert worden und erfreut sich noch viele Jahre später eines häufigen Einsatzes.
Kurze Zeit danach wird es uns gelingen, auch den Trägerbetrieb Berliner Wasserwerke zur Finan­zierung eines gleichartigen Bootes zu bewegen, und so komplettiert sich unser Boots­park dann noch mit einem zweiten Dreier ohne, der auf den Namen des norddeutschen Flüss­chens Recknitz getauft wird.
Unsere neue "Mulde". Foto: Detlef Schüler
Unsere neue „Mulde“. Foto: Detlef Schüler

01.10.1986
Die Rennruderer erhalten Verstärkung: die sieggewohnte Mannschaft Karl Staats, Achim Hecker, Stefan Schubert und Dieter Wanzeck tritt unserem Verein bei. Entsprechend ihrer Altersklasse rudern sie bei Wettkämpfen im Achter, Vierer mit und Vierer ohne Steuermann, im Doppelvierer und Zweier ohne, und sie fahren viele Siege ein.

04.04.1987
Die Mannschaft des Turbo-Achters unternimmt auf der Rückfahrt vom diesjährigen Anrudern an der Baumgarteninsel einen gewagten Abstecher: sie fährt in den üblicherweise durch rot-weiß-rotes Seezeichen als gesperrt erkennbaren Teltowkanal, wobei das Zeichen an der Grünauer Brücke aus irgendwelchen Gründen demontiert war. Allerdings weiß auch jeder im Boot, warum die Sperrung bestand – nämlich wegen seiner Eigenschaft als Grenzgewässer im geteilten Berlin. Der Kanal ist nicht besonders breit ausgebaut. Die Ruderer kommen etwa 500 Meter bis zur ersten Eisenbahnbrücke voran (ausreichend für die „Anerkennung" als „Neuwasser"), als die DDR-Grenzpolizei die Turbo mit Blaulichtbooten und heftigen Lautsprecheransagen zum unverzüglichen Wenden auffordert; ein nicht ganz einfaches Manöver für das lange Boot. Dem schleunigen „Rückzug" folgte dann später noch eine harsche offizielle Kritik. Es hätte alles viel schlimmer ausgehen können.

1987
Die große weite Welt eröffnete sich uns in dieser Zeit mit den Boddenfahrten, zwar bescheiden – aber immerhin... Wir waren davon so begeistert, dass einige von uns immer wieder „zur See fuhren". Da es Grenzgewässer sind, werden wir immer gut bewacht. Eine besondere Genehmigung ist nicht erforderlich, aber wir haben immer vorschriftgemäß in den Binnengewässern zu bleiben und die Fahrrinne zu nutzen.

1975 - 1990
In der DDR ist unser Verein in der Gruppe II bis 100 Mitglieder einer der aktivsten und erfolg­reichsten Vereine beim Wanderrudern. Bei der Wertung des republikweiten Wander­ruder­wett­bewerbes haben wir stets einen vorderen Platz belegt, darunter 13-mal den 1. Platz!
Wanderfahrten vieler Mitglieder unserer Rudersektion führten uns in sämtliche Ruderreviere der DDR, gerudert wurde aber auch auf zahlreichen Auslandsfahrten auf der Elbe, Moldau und Donau.

09.11.1989
An diesem Donnerstagabend sind wieder viele Ruderinnen und Ruderer im Bootshaus, um wie üblich die im Winterhalbjahr anfallenden Bootsüberholungen auszuführen. Gegen 19 Uhr reißt eine Ruderkameradin die Bootshallentür auf und schreit hinein: „Die Mauer ist geöffnet." So haben wir den Beginn der deutschen Wiedervereinigung mit all ihren Problemen und Wider­sprüchlichkeiten erlebt.

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